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Angehörige: Möglichkeiten und Grenzen

Von Judith Handschin

Als Sozialarbeiterin habe ich oft mit Angehörigen sterbender Patientienten und Patientinnen zu tun. Diese Menschen sind froh, wenn ich mit ihnen ihre Möglichkeiten und Ressourcen anschaue:

  • Wie sehen zu Hause die Räume aus?
  • Was kann eingerichtet werden, damit ein Sterben zu Hause möglich wird?
  • Was können sie selber kräftemässig und psychisch leisten?

Wenn wir diese Fragen angeschaut haben, gebe ich ihnen eine Übersicht der Unterstützungsmöglichkeiten mit Spitex und Haushalthilfen. Dazu gehört natürlich auch das Prüfen der finanziellen Möglichkeiten.

Oft wissen die Angehörigen recht gut, was sie können, wo ihre Grenzen und Möglichkeiten liegen und was sie wollen. Sie sind jedoch dankbar für Gespräche, ein offenes Ohr, weitere Hinweise und fürs Mitdenken, Mitfühlen und Mitorganisieren.

Belastungen richtig einschätzen
Vor kurzem betreute ich eine 60-jährige Patientin, die allein lebte und eine 25-jährige Tochter hatte, die – mitten im Studium –  an ihrer Diplomarbeit war und ein Praktikum absolvierte. Die Patientin hatte viele Freundinnen und Bekannte, die sich anerboten, zu Hause mitzuhelfen. Nach mehreren Gesprächen zeigte sich aber, dass es mit allem guten Willen nicht möglich war, zu Hause zu sterben. Die Belastung wäre für alle zu gross gewesen. Die Patientin blieb bei uns in der Klinik, ihre Tochter und die Freundinnen konnten bei ihr im Zimmer übernachten und sie so begleiten, im Schutze und mit Unterstützung des Klinikpersonals.

Ein 70-jähriger Patient, verheiratet mit einer Frau, die noch gut bei Kräften war, konnte nach Hause entlassen werden. Die Tochter war bereit, ebenfalls mitzuhelfen und anerbot sich, bei den Eltern zu übernachten, um die Mutter zu entlasten. Hier wurde zusätzlich die Spitex zur Unterstützung eingeschaltet, und der Patient konnte zu Hause sterben.

Manchmal sind die Angehörigen oder die Patienten dankbar, wenn ich eine Abklärung übernehme, damit sie ganz im Prozess des Sterbens oder Begleitens bleiben können: Ein 67-jähriger Patient war nicht sicher, wie es um die Rente seiner Frau steht, wenn er gestorben ist. Er bat mich, bei seiner Pensionskasse anzufragen. Ich rief an und berichtete ihm das Ergebnis. Er redete mit seiner Frau und konnte ein paar Tage später loslassen und ruhig sterben.

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Judith Handschin ist Sozialarbeiterin an der Ita Wegman Klinik in Arlesheim

 

Forum für Sterbekultur | 07.04.16