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Die Sphäre der Toten
Auf einen Blick
Der Moment des Todes
Das Panorama
Kamaloka
Wege im Geistbereich
Vorgeburliches Leben
Wiedergeburt
Verbindung zu den Toten
Was ist Anthroposophie?

Der Moment des Todes

Im Unterschied zum Tiefschlaf, wo der Mensch in einem bewusstlosen Zustand im Bett liegt, erlischt im Tode alles Lebendige in der Sichtbarkeit und die Zersetzung der Leibeshülle setzt ein. Dass damit nicht das Ende aller menschlichen Existenz erreicht ist, wissen wir aus der Nahtodforschung. Die ausgetretene Seele ist in einer anderen Welterlebnis- und gedächtnisfähig .

Seit George Ritchies Buch «Die Rückkehr von Morgen» und den danach einsetzenden Nahtodesforschungen von Elisabeth Kübler-Ross, Raymond A. Moody bis zu Pim van Lommel kennen wir eine Fülle von Berichten aus Nahtoderfahrungen, die bei aller Verschiedenheit doch in vieler Hinsicht Ähnlichkeiten zeigen. In neuerer Zeit hat der Bericht des US-Neurochirurgen Eben Alexander, der selber ein 7-tägiges Koma erlebt hat, die Fachwelt aufhorchen lassen. Sein Buch «Blick in die Ewigkeit» wurde ein Bestseller. 

Doch trotz überwältigender Belege tut sich die Schulmedizin schwer mit der Anerkennung der Erfahrungen an der Schwelle einer Lichtwelt, Seelenwelt, Geistwelt, weil die Berichte nicht in das gängige Menschenbild passen.

Das Licht am Ende des Tunnels
Rudolf Steiner hat den Moment des Todes aufgrund seiner Geistesschau differenziert geschildert. Er bezeichnet ihn als «das Herrlichste, das Grösste, das Schönste, das Erhabenste, was immerfort gesehen werden kann von der anderen Seite des Lebens aus. Da bezeugt er fortwährend den Sieg des Geistes über die Materie, die selbstschöpferische Lebenskraft des Geistes». (23.11.1915, in GA 174b)

In zahllosen heutigen Nahtodberichten wird der Gang durch einen Tunnel in eine Lichtwelt geschildert. Der Sterbende fühlt sich wie von Wesen empfangen, fühlt sich in eine warme, helle, zuweilen blendende Lichtfülle eintauchen. Er fühlt sich akzeptiert, so wie er ist.

Rudolf Steiner dazu: «In diese Gedanken der Hierarchien wachsen wir hinein. Das ist das uns umflutende Gedankenlichtwesen. Das ist diese Einheit. Also wir leben in den zu einer Einheit zusammenfliessenden Gedanken der Hierarchien. Da leben wir darinnen…» (7. Feb 1915, in GA 161)

Auflösung ins «Weltgedächtnis»
Die traditionelle Nahtodforschung steht hier an einer Grenze.

Zuweilen treten noch Schilderungen auf, die man als Lebensüberschau oder Panorama bezeichnen kann. Rudolf Steiner deutet auch diese Erfahrungen: Es steht das gesamte Leben in allen Einzelheiten wie in strömender Gleichzeitigkeit, gleich einem umfassenden «Gedächtnisnetz», vor dem Betrachter. Innert weniger Tage weitet sich dieses bildhafte Erleben, wird immer schwächer und löst sich letztlich in das «Weltgedächtnis» auf. 

Dieser letzte Vorgang kann als Auflösung des Lebens- oder Bildekräfteleibes verstanden werden. Es ist wie ein zweiter Todesvorgang. 

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Literatur zum Thema

Mehr Originaltext von Rudolf Steiner: 

  • Themen aus dem Gesamtwerk, Band 15
  • Rudolf Steiner: Das Leben nach dem Tod und sein Zusammenhang mit der Welt der Lebenden. 13 Vorträge ausgewählt und herausgegeben von Frank Teichmann. Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2011

George Ritchie/Elizabeth Sherrill: Rückkehr von morgen. Francke, 1994, 100 Seiten, ISBN 978-3-88224-837-1

Eine Auswahl an Werken von Elisabeth Kübler-Ross:

  • Interviews mit Sterbenden. Droemer Knaur, München 2001, ISBN 3-426-87071-1
  • Über den Tod und das Leben danach. 10. Auflage. Silberschnur Verlag, Güllesheim 2002,  ISBN 3-923781-02-4 
  • Erfülltes Leben, würdiges Sterben. Gütersloher Verlagshaus, Januar 2004, ISBN 3-579-02200-8

Raymond A. Moody: Leben nach dem Tod. Die Erforschung der unerklärlichen Erfahrung. Rowohlt, 2001 (18., erweiterte Auflage), ISBN 978-3-499-61349-4

Pim van Lommel: Endloses Bewusstsein. Neue medizinische Fakten zur Nahtoderfahrung. Patmos, Düsseldorf 2009, ISBN 978-3-491-36022

Eben Alexander: Blick in die Ewigkeit. Die faszinierende Nahtoderfahrung eines Neurochirurgen. Ansata, München 2013 (11. Auflage), ISBN 978-3-7787-7477-9

 

 

 

Forum für Sterbekultur | 03.10.17