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und dann?
Suizid Prävention
Perspektiven nach Suizid
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Kann ich sie erreichen?
Anthroposophische Sicht

Darüber reden

Ein Buch gibt Einblicke in die Gedanken von Hinterbliebenen, die einen geliebten Menschen durch Suizid verloren haben. Diese Menschen wurden mitten im Leben mit einem freiwilligen Tod konfrontiert, der an ihren innersten Gefühlen rüttelt und mit dem sie sich in intensivster Trauerarbeit auseinandersetzen.

Von Barbara E. Hellermann

Tränenmeer
Meine Seele auf Weltreise
von Meer zu Meer
ohne zu wissen
ob sie jemals wieder ankommt
am Ufer des Lebens
Anita Bättig

Die Publikation möchte dem tabuisierten Thema Suizid eine neue, direkte Sprache geben. In Prosaexten, Gedichten und Fragmenten werden Welten aufgetan: laut oder leise, reflektiert oder spontan, anklagend, fragend und ringend um Antworten. Dies Ringen «von Meer zu Meer» mit Menschenseelen, die sie nicht mehr direkt erreichen können, ist die gemeinsame Geste, das Ergreifende aller Berichte. Die volle Breite aller menschlichen Gefühlswelten wird durchlebt, die Tiefe aller menschlicher Seelenregungen durchmessen. Es gibt kein tieferes Schwarz, kein hoffnungsvolleres Weiss, das nicht von der Trauer und dem Schmerz erfüllt wäre. Nur wenige der hinterbliebenen Menschen glauben an eine Welt jenseits des Todes und finden darin Trost – auch dies ist erschütternd. Nicht zu wissen «ob man jemals wieder ankommt am Ufer des Lebens», eröffnet, dass die Phasen der Trauer in grosser Verunsicherung und auch Vereinsamung durchlebt werden. Das Licht der Hoffnung kreist in Jahren, berührt und zieht weiter.

Und wieder ich
atemlos stolpernd.
Beinah verloren.
Und weiter.»                                   
Silvia Blaser

Die individuellen Geschichten zeigen die Suche nach Formen des In-Beziehung-Bleibens, eine Suche nach der eigenen Schuld, dem Versagen, dem erlebten Unverständnis. «Warum hat er nicht mit mir gesprochen?» ist dabei eine der Fragen, die in fast allen Geschichten auftaucht.

Die Beiträge sind durch die Selbsthilfegruppen für betroffene Angehörige Refugium und Nebelmeer angeregt und begleitet worden.

Ein Buch, das die Gesellschaft ermutigen möchte, sich mit dem Thema auseinander zu setzen, den Dialog mit Hinterbliebenen zu suchen und Fragen nach Leben und Tod neu zu stellen.

 

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Jörg Weisshaupt (Hrsg.): Darüber reden. Perspektiven nach Suizid: Lyrik und Prosa von Hinterbliebenen. Verlag Johannes Petri, 2013, 173 Seiten (mit zahlreichen Fotos), ISBN 978-3-03784-036-8

 

Forum für Sterbekultur | 03.10.17