LogoLinks Link zur Homepage
 Home | Kontakt |  
 | 
 | 
E-Mail
  
Palliative Care Konzept
Geschichte Palliative Care
Ambulante Betreuung
Stationäre Betreuung
Anthroposophische Pflege
Einreibungen
Wickel und Kompressen
Rhythmische Massage
Therapien
Musiktherapie
Heileurythmie
Biographiearbeit
Spiritualität

Anthroposophische Pflege in der Palliative Care

Die umhüllende Geste der Palliative Care ist das Grundmotiv der Pflege in allen Phasen des palliativen Prozesses. Dabei beeinflusst das Wissen um die nachtodliche Existenz des Menschen Haltung und praktisches Handeln bis über den Tod hinaus. Die anthroposophische Pflege berücksichtigt die körperliche, die seelische und die geistige Ebene des Menschen.

Von Monika Layer

Der Leib, der mit fortschreitendem Krankheitsprozess immer mehr zur Last werden kann, braucht besondere Aufmerksamkeit und Pflege. Körperliche Symptome wie Schwäche, Kälte/Hitze, Appetitlosigkeit, Durst und Mundtrockenheit, Schmerz und Verdauungsprobleme, die in der palliativen und insbesondere in der terminalen Phase oft als quälend erlebt werden, wollen gelindert sein. Neben allen Möglichkeiten der Medizin ist die ganze Kunst der Pflege gefragt, um auf dem Gebiet der elementaren Lebensbedingungen Erleichterung zu schaffen. Insbesondere Methoden aus der anthroposophischen Pflege, die mit den Qualitäten der vier klassischen Elemente Erde, Wasser, Luft und Wärme arbeiten, können den müden Leib beleben und mit ihrer Wärme wohltuende Entspannung und Erleichterung bringen – zum Beispiel mit der «klingenden Waschung» oder den äusseren Anwendungen (Wickel und Kompressen, rhythmische Einreibungen nach Wegman/Hauschka).

Gerade die palliative Phase ist bestimmt von Lebens- und Sinnfragen. Pflegerische Tugenden wie Zuwendung, Hingabe, Aufmerksamkeit, Nähe und Berührung wirken in solchen Situationen oft öffnend auf unbewusste Gefühle und Emotionen. Eine von Empathie und Achtsamkeit getragene Begegnung kann für den Betroffenen einen Innen- bzw. Schutzraum schaffen, in dem die manchmal so drängenden Fragen Platz haben und in Ruhe beantwortet werden können. Hier erfüllen die Pflegenden eine vermittelnde Aufgabe – vermittelnd zwischen dem Betroffenen und ihren manchmal aufbrechenden Emotionen, vermittelnd auch zu anderen Menschen, die in die Begleitung involviert sind.

Körperliche Pflege aufs Notwendige beschränken
Mit der Annäherung an den Schwellenübertritt fällt alles Unwesentliche mehr und mehr ab, der Blick wendet sich auf die geistige Welt. Häufig entwickeln sich dabei Unruhe und Angst vor dem Unbekannten. Auch hier können die äusseren Anwendungen Linderung schaffen, zum Beispiel eine Unterschenkel-/Fusseinreibung mit Lavendel- oder Rosenöl oder eine Herzauflage mit Aurum Lavendel cps. Salbe. Der Prozess des Sich-aus-dem-Leib-Lösens soll möglichst ungestört verlaufen können, sodass sich die körperliche Pflege auf das Notwendigste beschränkt. Die innere Begleitung des Sterbenden durch die Pflegenden wird intensiver und kann, je nach persönlicher Neigung, zum Beispiel durch ein gemeinsames Gebet, einen sinngetragenen Spruch oder ein Gedicht bereichert werden.

Die Pflege und Versorgung des Leibes nach dem eingetretenen Tod wird im Bewusstsein vollzogen, dass der Mensch nun seinen Weg in einer anderen Dimension des Daseins fortsetzt. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Ritual des Abschiednehmens, das in anthroposophischen Einrichtungen mit allen im Sterbeprozess Beteiligten gemeinsam gestaltet wird.

Das Zusammenspiel von Versorgen des Leibes, Vermitteln zwischen verschiedenen Polen und Begleiten der Individualität wird möglich durch das Interesse und das Mitlebenkönnen mit dem anderen und bildet die Essenz einer pflegerischen Kunst, die alle Seinsebenen miteinbezieht.

Literatur

To top

spacer

Monika Layer, MAS,
dipl. Pflegefachfrau, Lehrerin für Pflegeberufe, Expertin für Anthroposophische Pflege (IFAN) und Expertin Rhythmische Einreibungen nach Wegman/Hauschka (IFAN), Heilpflanzenexpertin; Fachleiterin Pflege Integrative Medizin Kantonsspital St.Gallen, Inhaberin der Firma «Pflege integrativ».

 

Forum für Sterbekultur | 17.10.17