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Mit Wickeln Wohlbefinden fördern

Ein wesentlicher Teil der pflegerischen Arbeit für Sterbende besteht darin, ihr Wohlbefinden zu fördern und Schmerzen auf ein erträgliches Mass zu reduzieren. Dadurch wird ihnen oftmals ermöglicht, ihre verbleibende Lebenszeit selbstbestimmt zu leben.

Von Brigitte Menzel

Als Grundsatz ist zu beachten, dass alle Anwendungen individuell auf den einzelnen Menschen abgestimmt werden. Dies muss bei allen pflegerischen Anwendungen berücksichtigt werden. Die Begleitung Sterbender erfordert ein hohes Mass an Achtsamkeit und Wahrnehmung.

Wickel und Kompressen eignen sich sehr gut, um auf sanfte Weise den Organismus zu unterstützen. Ihre Vorteile bestehen darin, Beschwerden auf eine menschengemässe Art zu lindern und den Organismus nicht zusätzlich zu belasten. Im Einzelfall können sie sogar Schmerzmittel ersetzen.

Wickel werden meist mit Pflanzenauszügen, in Form von Salben, Ölen oder Tee, durchgeführt. Dazu ein paar Beispiele:

  • Wenn ein Patient sehr unruhig ist, kann eine Salbenauflage mit Aurum-Lavendel sehr hilfreich sein. Diese Salbe wird auf ein Baumwolltuch aufgestrichen, zusammen mit einem Wolltuch mittels einer Wärmeflasche leicht angewärmt und dann auf die Herzgegend aufgelegt.
  • Wenn jemand durch eine Erkrankung wie Bronchitis einen starken Hustenreiz hat, oder es besteht durch eine lange Liegezeit die Gefahr einer Lungenentzündung, dann kann mit Auflegen einer Thymiankompresse die Atmung erleichtert werden. Die mit Thymianöl getränkte Kompresse wird mit einem Wolltuch auf die Brust aufgelegt, mit einem Leibchen fixiert und kann gut über Nacht belassen bleiben.
  • Bei schmerzhaften Verspannungen ist eine Auflage mit Solum-uliginosum-comp.-Öl sehr wirkungsvoll. Durch ihren Gehalt – unter anderem an Moorextrakt, der auch auf tiefere Gewebeschichten durchwärmend wirkt, und Lavendel, das gleichzeitig eine beruhigende Wirkung ausstrahlt – kommt es zu einer generellen Entspannung.

Sterbende Menschen sind in bezug auf ihre Umgebung sehr sensibel, sie empfinden Wärme, Kälte, Düfte und Berührungen meist intensiver als gesunde Menschen. Temperatur und Dosierung von äusseren Anwendungen müssen daher immer auf die jeweilige Befindlichkeit abgestimmt werden. Grundsätzlich zählen Kompressen mit Öl oder Salben zu den milderen Anwendungen und können über mehrere Stunden aufgelegt werden. Feuchte Wickel erzielen meist einen höheren Reiz und werden nur über eine begrenzte Zeit belassen, da sie relativ rasch auskühlen.

Um Wickel fachgerecht anwenden zu können, bedarf es einer Auseinandersetzung mit den Wirkungen der einzelnen Pflanzen, den Vorteilen und Auswirkungen der unterschiedlichen Anwendungsform und auch mit den möglichen Reaktionen des Patienten. Daher sei an dieser Stelle auf Anbieter von Wickelkursen hingewiesen.

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Brigitte Menzel, dipl. Pflegefachfrau, Ausbildung in anthroposophischer Pflege, Expertin für Rhythmische Einreibungen, Ausbildung in Sterbebegleitung, Wickelfachfrau.

Öle und Salben

Bei Unruhe oder Verspannung: Lavendel, Johanniskraut, Solum uliginosum, Aurum-Lavendel-Salbe.

Bei Stauungsgeschehen, Herzbeschwerden: Arnika, Salbe und Tinktur.

Verdauungsprobleme: Kamillenöl oder die Mischung von Kümmel, Fenchel und Anis. Eukalyptusöl als Blasenauflage.       

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Weiterbildung

Ita Wegman Klinik (Monika Fingado)

Vreni Brumm, Madeleine Ducommun-Capponi

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Literatur

Monika Fingado, Therapeutische Wickel und Kompressen, Natura Verlag, 4143 Dornach

Maya Thüler, Wohltuende Wickel, Maya Thüler Verlag, 3076 Worb

Annegret Sonn, Wickel und Auflagen, Thieme Verlag, D-70469 Stuttgart

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Forum für Sterbekultur | 25.04.17