LogoLinks Link zur Homepage
 Home | Kontakt |  
 | 
 | 
E-Mail
  
Palliative Care Konzept
Geschichte Palliative Care
Ambulante Betreuung
Stationäre Betreuung
Anthroposophische Pflege
Einreibungen
Wickel und Kompressen
Rhythmische Massage
Therapien
Musiktherapie
Heileurythmie
Biographiearbeit
Spiritualität

Einreibungen: Vom Innersten zur Aussenwelt

Rhythmische Einreibungen sind eine wunderbar sanfte Therapie, um den Körper dabei zu unterstützen, seinen eigenen Rhythmus wieder  zu erlangen.

Von Brigitte Menzel

Nach meiner Erfahrung können viele Menschen durch rhythmische Einreibungen ihren Leib wieder mehr spüren, fühlen sich wieder mehr in sich. Das ist im Sterbeprozess sehr wichtig, damit danach ein Loslösen stattfinden kann.

Was sind Rhythmische Einreibungen?
Rhythmische Einreibungen wurden von Dr. Ita Wegman und Dr. Margarete Hauschka als therapeutische Massnahme entwickelt, um Menschen mit Erschöpfungszuständen, mit Schlafstörungen, bei Unruhe, Ängsten, zur Linderung von Schmerzen und zur Entspannung  in ihrem Genesungsprozess zu unterstützen. Sie werden in Form einer Ganzkörpereinreibung, einer Teileinreibung oder – gezielt auf eine spezifische Unterstützung – als Organeinreibung durchgeführt. Die Berührungsqualität ist eine sanft sich wiederholende Bewegung, die in die Tiefe wirkt und dabei die eigenen, gesunden Lebensrhythmen unterstützt.

Eine besondere Form der Rhythmischen Einreibungen sind die Pentagramm-Einreibungen (siehe Text rechts). Diese wurden von Rolf Heine, Ausbildungsverantwortlicher für Pflegefachleute in der deutschen Filderklinik, nach Rudolf Steiners Angaben entwickelt. Diese sanfte Art der Einreibung kann gut bei stark geschwächten Menschen durchgeführt werden, da sie vom Patienten kein Umlagern und keine Aktivität erfordert.

Bei der Pentagramm-Einreibung werden feine Berührungen in leichten Kreisbewegungen an den Pulsen ausgeübt. Die auf ein kleines Hautareal begrenzte Berührung verlangt eine grosse Achtsamkeit und Konzentration in den Händen. Beginnend an der Stirn, weiterführend zum rechten Bein, zum linken Arm, dann zum rechten Arm, zum linken Bein und zurück zur Stirn wird – im Sinne des Fünfsterns –  die Einreibung  durchgeführt. Die Bewegung endet mit einer leichten Berührung auf der linken Herzseite.

Im konzentrierten, bewussten Umschreiten des Patienten während der Einreibung, dem Annähern und wieder Entfernen, kann eine atmende Geste erlebt werden – ein Verdichten und wieder in die Weite Abgeben – ein Sich-frei-Machen und wieder Ankommen. Dadurch kann eine Verbindung vom Umkreis zum Innersten des Menschen und wieder zurück zur Aussenwelt, zum Kosmos, angeregt werden, vergleichbar der Atmung.

Diese Gesichtspunkte zeigen die Verbindung des Menschen mit den himmlischen Sphären und es wird deutlich, dass wir mit allem Kosmischen verbunden sind. Menschen, die eine Pentagramm-Einreibung erlebt haben, sprachen danach oft von einer fast heiligen Atmosphäre.

Beide, Rhythmische Einreibungen wie auch Pentagramm-Einreibungen, sollten nur von geschulten Menschen ausgeführt werden.

spacer

Brigitte Menzel, dipl. Pflegefachfrau, Ausbildung in anthroposophischer Pflege, Expertin für Rhythmische Einreibungen, Ausbildung in Sterbebegleitung, Wickelfachfrau.

Pentagramm

Um den Sinn der Pentagramm-Einreibungen zu verstehen, ist es wichtig, den theoretischen Hintergrund zu kennen: Die Bewegungen dieser  Einreibungen gehen vom Fünfstern aus, einem Zeichen, das im Altertum das okkulte Zeichen für „Mensch“ war und eine mathematisch exakte Beschreibung der idealen menschlichen Gestalt ist.

Auch in der Natur trifft man immer wieder auf Pflanzen, bei denen der Fünfstern erkennbar ist. Da man das Pentagramm in einem Zug zeichnen kann und am Schluss wieder am Anfang anlangt, gilt es auch als Symbol  für den Kreislauf des Lebens.

 

Forum für Sterbekultur | 25.04.17