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Ambulante anthroposophische Palliativmedizin

Mit der Diagnose einer schweren Erkrankung, die mit modernen medizinischen Möglichkeiten nicht mehr geheilt werden kann, verändert sich die Lebenssituation für die Betroffenen zumeist grundlegend. Unvermittelt wird bewusst, wie brüchig und gefährdet die eigene Existenz plötzlich ist, umgekehrt, wie wertvoll jeder Tag, den man in körperlich und seelisch gesunder Verfassung am Leben teilnehmen darf. Anthroposophische ambulante Palliative Care beginnt in diesem Moment.

Von Dr. med. Clifford Kunz MSc Palliative Care

Das Arzt Patient Gespräch. Wahrnehmung.
Welche Therapien jetzt auch unmittelbar anstehen – ob Operationen, medikamentöse Therapien, Bestrahlungen oder anderes – es ist notwendig, sich in der veränderten Lebenssituation rasch zurecht zu finden und sinnvolle medizinische Entscheidungen zu treffen. Sehr viele Betroffene suchen in dieser schwierigen Situation die ambulanten Sprechstunden von anthroposophischen Ärzten auf. Anthroposophische Medizin achtet in solchen Situationen besonders darauf, möglichst freilassend und ehrlich die medizinische Situation für die Betroffenen verstehbar zu machen. Erstaunlicherweise werden im heutigen medizinischen Kontext immer noch viele Patienten nicht so aufgeklärt, dass sie wirklich eine eigene Entscheidungskompetenz entwickeln können. Die Anthroposophische Medizin bemüht sich, Betroffenen sehr gut zuzuhören: was haben sie wirklich verstanden über ihre medizinischen Entscheidungsmöglichkeiten und welche individuellen Fragen sind für sie besonders wichtig? Nicht selten werden in einem solchen Gespräch auch schon grundlegende Lebensthemen und individuelle Lebenseinstellungen deutlich, die für die weitere Begleitung wesentlich sind.

Ressourcen anregen. Salutogenese, Resilienz.
Jeder Mensch hat in seinen Tiefenschichten ein erstaunliches Ressourcenpotential zur Bewältigung von Krankheit und schwierigen Lebenssituationen. Im heutigen Sprachgebrauch spricht man von Salutogenese und Resilienz. Die Anthroposophische Medizin möchte dieses Potential individuell und gezielt zu fördern. Es geht darum, aus den Tiefenschichten des Organismus besonders starke Regenerations- und Bewältigungskräfte anzuregen. Unsere Gesundheit und Widerstandskraft kommt nicht von aussen und diese inneren Tiefenkräfte können aktiv gestärkt werden, ganz gleich, welche Eingriffe und Einschränkungen wir auch ertragen müssen.

Die anthroposophische Medizin ist eine Ressourcen-orientierte Medizin und hat eine Vielzahl von Therapien entwickelt, um Salutogenese und Resilienz anzuregen. Wenn beispielsweise Einreibungen oder äussere Anwendungen durchgeführt werden, geht es nicht um „Streicheleinheiten“ sondern um gezielte Anregung dieser Tiefenkräfte. Auch haben sich bestimmte Heilpflanzen zur Anregung gesundheitlicher Ressourcen bewährt wie beispielsweise Arnica nach Operationen, Calendula nach Bestrahlungen oder Viscum album, die weissbeerige Mistel, bei bestimmten onkologischen Erkrankungen.

Umfassendes Therapiekonzept. Leib – Seele – Geist.
Für die Anthroposophische Medizin ist auch die Aktivierung von seelischen und geistigen Ressourcen von zentraler Bedeutung, da ihr Therapiekonzept von einer integralen Zusammengehörigkeit und Interaktion leiblicher und seelisch-geistiger Faktoren ausgeht. Um in einer freilassenden Form diese Bewältigungsfähigkeit zu stärken, werden in der Anthroposophischen Medizin beispielsweise auch künstlerische Therapien oder Biographiearbeit eingesetzt. Es geht darum, dass der einzelne Betroffene Zugang zu seinen individuellen Ressourcen finden und gesundende Kräfte und Widerstandsfähigkeit auf allen Ebenen entwickeln kann. Jeder Mensch hat sehr individuelle Ressourcen, darum ist eine ambulante anthroposophische Palliativmedizin auch für jeden Betroffenen sehr unterschiedlich.

Zukunftsprojekt ist eine mobile und vernetzte anthroposophische Palliativmedizin
Ambulante anthroposophische Palliativmedizin wird vorwiegend durch anthroposophisch orientierte Hausärzte, Tageskliniken, ambulant tätige Pflegenden oder Therapeuten gewährleistet. Ein wichtiges Zukunftsprojekt ist eine mobile und vernetzte anthroposophische Palliativmedizin, die auch in fortgeschrittenen Krankheitssituationen zuhause eine kontinuierliche Unterstützung gewährleisten kann.

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Forum für Sterbekultur | 19.05.19