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Spiritualität

Spiritualität weist in die Zukunft

Wenn nach ärztlich-menschlichem Ermessen nur noch eine kurze Lebenszeit zu erwarten ist, stellt sich uns eine Vielzahl von Fragen. Diese werden von den direkt betroffenen Menschen oft ganz anders erlebt als von den Begleitenden. Für alle Beteiligten eröffnen spirituelle Aspekte eine wichtige, neue Dimension.

Von Hans-Richard Heiligtag

Für den einzelnen betroffenen Menschen stellen sich die Fragen dann, wenn es soweit ist, völlig neu: Wie möchte ich meine letzten Tage, Wochen, Monate verbringen? Wünsche ich mir diese Phase so kurz wie möglich? Geht es mir in erster Linie um die Vermeidung von Schmerz und anderem Leiden, möchte ich vor allen Dingen meiner Umwelt nicht lange zur Last fallen?

Werden spirituelle Gesichtspunkte einbezogen, erhält dieser Fragenkatalog eine ganz andere Färbung. Die Vorstellung, dass der Mensch ein Bürger zweier Welten, dieser unserer irdischen und einer geistigen ist, nimmt dem Tod als Ende unseres irdischen Lebensweges seine Endgültigkeit. Wenn die Pflegenden, Therapeuten, Ärzte den Menschen in dieser schweren Zeit mit dem Bewusstsein gegenübertreten, dass es sich lediglich um eine Etappe auf dem individuellen Wege handelt, der nicht nur vieles vorausgegangen ist, sondern der noch sehr vieles folgt, dann wird es möglich, diese Zeit mit ganz anderen Inhalten zu füllen und zu gestalten.

Zum menschlichen Impuls, sich dem Sterbenden zuzuwenden, tritt etwas Zukunftgerichtetes, der Gedanke, dass alles, was wir heute tun und erleben von grosser Bedeutung ist für morgen, über den Tod hinaus. Eine spirituell bereicherte Sterbebegleitung ist ein Angebot für jeden und knüpft sich an keinerlei Voraussetzungen bezüglich der eigenen Spiritualität. Lediglich die Offenheit für Neues ist nötig.

Durch retrospektive Studien konnte gezeigt werden, dass eine solche praktisch erlebte Spiritualität in der Sterbebegleitung von einem hohen Prozentsatz der Betroffenen als Gewinn empfunden wird. Dieses subjektive Echo entspricht den Beobachtungen der Angehörigen und Betreuenden, die wahrnehmen, dass sich eine deutliche Stabilisierung und Harmonisierung einstellt. Spiritualität heisst hier also zukunftsgerichtet zu sein. Daraus ergibt sich eine positive, aktive Haltung der pflegenden, betreuenden und therapierenden Personen, die sich auch auf schwerstkranke Menschen überträgt. Die so zu ergreifenden Inhalte helfen mit, uns über das rein irdisch-physische Leiden zu erheben.

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Dr. med. Hans-Richard Heiligtag ist Arzt in der Klinik Arlesheim.

 

Forum für Sterbekultur | 16.03.17